Fachkundeprüfung Taxi und Mietwagen: Ablauf, Punkte und Sachgebiete

Wer ein Taxi- oder Mietwagenunternehmen gründen will, braucht die fachliche Eignung, meist durch die Fachkundeprüfung bei der IHK. Hier findest du Aufbau, Gewichtung, Bestehensregeln und Lerntipps auf einen Blick.

Kurz gesagt: Diese Seite fasst öffentlich beschriebene Regeln (PBZugV, DIHK-/IHK-Orientierungsrahmen, typische IHK-Prüfungsordnungen) zusammen. Termine, Gebühren und genaue Abläufe legt deine örtliche IHK fest, bitte dort prüfen. MietStark ist kein offizielles IHK-Angebot.

Wozu die Fachkundeprüfung?

Für den Betrieb von Taxen oder Mietwagen brauchst du eine Genehmigung nach dem Personenbeförderungsgesetz (PBefG). Eine der Voraussetzungen ist die fachliche Eignung des Unternehmers oder der zur Führung bestellten Person (§ 13 PBefG). Wie sie nachgewiesen wird, regelt die Berufszugangsverordnung für den Straßenpersonenverkehr (PBZugV). In der Regel geschieht das durch die Fachkundeprüfung vor der Industrie- und Handelskammer.

Die Prüfung soll zeigen, dass du ein Taxi- oder Mietwagenunternehmen rechtssicher und wirtschaftlich führen kannst, also nicht nur fahren, sondern kalkulieren, Personal einsetzen, Vorschriften einhalten und Fahrzeuge sicher betreiben. Die Prüfungssprache ist Deutsch.

Aufbau der Prüfung

Nach gängigen IHK-Prüfungsordnungen besteht die Prüfung aus zwei schriftlichen Teilen und einer mündlichen Prüfung:

TeilInhaltDauer (typisch)Anteil (typisch)
Schriftlich Teil 1Fragen aus allen Sachgebieten: Multiple Choice und Fragen mit direkter Antwortca. 60 Minutenca. 40 %
Schriftlich Teil 2Schriftliche Übungen und Fallstudien, besonders Kalkulation (Fahrzeugkostenrechnung, Angebotspreis)ca. 60 Minutenca. 35 %
MündlichFachgespräch zu denselben Sachgebieten: Begriffe erklären, Zusammenhänge anwendenbis ca. 30 Minutenca. 25 %

Die mündliche Prüfung kann entfallen: nach vielen Prüfungsordnungen dann, wenn du schriftlich bereits mindestens etwa 60 % der möglichen Gesamtpunkte erreicht hast. Wer in einem schriftlichen Teil unter etwa 50 % bleibt, wird dagegen häufig gar nicht zur mündlichen Prüfung zugelassen.

Punkte und Bestehensregeln

Viele Kammern rechnen mit einem Gesamtmaximum von 150 Punkten. Die Werte sind eine Orientierung, verbindlich ist die Prüfungsordnung deiner IHK.

TeilAnteilPunkte (bei 150 gesamt)Mindestens ca. 50 %
Schriftliche Fragen40 %6030
Übungen / Fallstudien35 %52,526,25
Mündliche Prüfung25 %37,518,75
Gesamt100 %150mindestens ca. 60 % = 90 Punkte

Faustregel: Bestanden hat in der Regel, wer insgesamt mindestens ca. 60 % der Punkte und in jedem Prüfungsteil mindestens ca. 50 % erreicht. Ein sehr guter Teil kann einen sehr schwachen Teil also nicht ausgleichen.

Sachgebiete und Gewichtung

Die Sachgebiete ergeben sich aus Anlage 3 der PBZugV und werden im DIHK-/IHK-Orientierungsrahmen für Taxen- und Mietwagenverkehr konkretisiert. In den schriftlichen Teilen werden sie häufig ungefähr so gewichtet:

SachgebietGewicht (ca.)Beispiele
Recht25 %PBefG, BOKraft, PBZugV, Gewerbe-, Handels-, Steuer-, Arbeits- und Sozialrecht in Grundzügen
Kaufmännische und finanzielle Führung35 %Kostenrechnung, Abschreibung, Kalkulation, Buchführung, Finanzierung, Versicherungen
Technische Normen und technischer Betrieb15 %Zulassung, Ausrüstung, Hauptuntersuchung, Taxameter und Wegstreckenzähler
Straßenverkehrssicherheit, Unfallverhütung, Umweltschutz15 %Verhalten bei Unfällen, Anweisungen an das Fahrpersonal, umweltbewusster Betrieb
Grenzüberschreitender Verkehr10 %EU/EWR und Drittstaaten, mitzuführende Dokumente, Zoll in Grundzügen

Arbeits- und Sozialrecht gehört im Orientierungsrahmen zum Rechtsblock. Bei MietStark kannst du es als eigenes Sachgebiet gezielt üben.

Anmeldung, Kosten, Hilfsmittel

So lernst du am besten

  1. Recht solide beherrschen: Unterschied Taxi und Mietwagen, Genehmigung, Betriebs- und Beförderungspflicht, BOKraft im Alltag.
  2. Kaufmännisches Rechnen aktiv üben: Kostenarten, Abschreibung, Kosten je Kilometer, Deckungsbeitrag, Angebotskalkulation. Hier scheitern viele. Unsere Kostenrechnungs-Seite erklärt die Formeln.
  3. Offene Antworten formulieren: knapp, sachlich, mit Bezug zur Frage, nicht nur ankreuzen.
  4. Fallstudien durchdenken: Was ist der Sachverhalt, welche Rechts- oder Betriebsfolge, welche Rechnung?
  5. Mündlich erklären üben: Begriffe in eigenen Worten, auch unter Zeitdruck.
  6. Grenzverkehr nicht vergessen: kleiner Anteil, aber oft unterschätzt.

Ein sinnvoller Ablauf: Sachgebiete üben, dann Schwächen gezielt wiederholen, danach die Prüfung mit Timer simulieren. MietStark ist genau so aufgebaut: Fragen je Sachgebiet mit Erklärungen, Wiederholung falscher Antworten (Spaced Repetition), ein 30-Tage-Lernplan und eine Simulation von Teil 1 und Teil 2.

Quellen und Hinweis

Keine amtliche Wiedergabe und keine Rechtsberatung. Es gibt keine Garantie, die offizielle Prüfung zu bestehen. Maßgeblich sind immer die aktuellen Angaben deiner IHK.

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